Ein Artikel in der Onlinversion der FAZ bringt mich auf die Tatsache, dass das neue Album von Cyndi Lauper nun endlich auch in Deutschland erschienen ist. Die Kritik von Andreas Platthaus ist geradezu euphorisch. Also ruckzuck im iTunes-Store zehn Euro gegen die vierzehn Tracks eingetauscht.

Resultat: Nett. Professionell. Gut zu hören. Aber mehr auch nicht. Die ehemals höchst innovative Popgröße, die Stars wie Pink und Sternchen wie die fast vergessenen 4 Non Blondes beeinflusst hat, zeigt auf diesem Album einfach, dass sie einen Großteil der Spielarten des heute gängigen, tanzbaren Mainstreams beherrscht. Sie präsentiert sich damit als die Wunschkandidatin für den Musikact auf der nächsten Betriebsfeier: Eine Frau, die ihr Handwerk versteht, allgemeinverträgliche Tanzmusik präsentiert und deren Eigenwilligkeit heute sicher niemandem mehr wehtut.

Das Konzept wird sicher aufgehen, die Autofahrersender werden mindestens zwei der Titel des Albums rauf- und runterspielen und die Konzertkarten der bevorstehenden Europatournee weggehen wie warme Semmeln. Spannende Musik findet heute aber ganz woanders statt. Frau Lauper positioniert sich damit wie Neuseeland im internationalen Tourismusgeschäft: Auf den Inseln in der südlichen Hemisphäre gibt es auch nichts, was es nicht woanders größer und schöner gäbe, aber die Mischung der leicht verdaulichen Häppchen bringt den Erfolg.

Mit Freude habe ich gleich darauf noch einmal das kraftvolle und eigenständige Album Hat Full Of Stars von Cyndi Lauper gehört. 1993 erschienen, kann es auch 15 Jahre später noch überzeugen. Danke dafür, Cyndi Lauper!

Ergänzung am 2008-09-07: Kommentar meiner siebenjährigen Tochter auf den Titel Into the Nightlife: “Das kenn ich doch. Ich glaube, aus der Kinderdisco in der Türkei.” Dem ist nichts hinzuzufügen.