Männig

Stammdaten

Unter Stammdaten versteht man in der wirtschaftlichen und informationstechnischen Fachterminologie Daten, die über einen längeren Zeitraum hinweg konstant oder gültig bleiben. So zählt man beispielsweise Adress- oder Artikeldaten zu den Stammdaten eines Unternehmens. Damit ist klar: Stammdaten sind die Daten, die für den Erfolg im Wirtschaftsleben elementar wichtig sind. Kein Wunder also, dass man sich in erfolgreichen Unternehmen dem Aufbau und der Pflege der Stammdaten mit besonderer Sorgfalt widmet. Zahllose Bücher und Webseiten berichten über Grundlagen und diskutieren die Details, und auch die Seminarbranche hat das Thema längst für sich entdeckt.

So zum Beispiel die Neue Deutsche Kongress GmbH aus Frankfurt am Main, die per klassischem Briefmailing zum Zweitageskurs Stammdaten-Management einlädt – vorausgesetzt, man ist bereit, den Pappenstiel von 1.695 Euro zu investieren. Bei der Deutschen Kongress Akademie, wie das Unternehmen auch firmiert, weiß man also nicht nur, wie optimales Stammdaten-Management aussieht, sondern kann dies auch anderen Unternehmen trefflich vermitteln. Um so mehr verwundert es da, wie der typische Datensatz einer Kundenadresse bei der Neuen Deutschen Kongress aussieht:

Seminareinladung

Hier hat sich nicht nur ein Tippfehler in die Unternehmensbezeichnung des Kunden eingeschlichen, nein, der Ort fehlt in der Kundenadresse gleich ganz. Aber die Post ist ja gnädig, so lange nur eine korrekte Postleitzahl vorhanden ist. Dieses Seminar richtet sich […] an Personen aus Unternehmen […], die immer wieder mit mangelhafter Qualität von Stammdaten konfrontiert sind und nach Möglichkeiten suchen, diesen Zustand zu verändern, definiert der Werbeflyer, den man per Post erhalten hat, die Zielgruppe der Veranstaltung. Vielleicht sollte der Seminarveranstalter seine Stammdaten-Verantwortlichen selbst einmal eines seiner entsprechenden Seminare besuchen lassen?

Wer’s kann, der macht’s, wer’s nicht kann, der lehrt’s, weiß der Volksmund schon seit alten Zeiten lästerlich zu kommentieren. Aber ob es nicht gerade im Hochpreissegment doch angebracht wäre, etwas mehr Fachkompetenz zu Markte zu tragen – gerade in den Feldern, die man lehrt?