Männig

FoldingText für den Mac

Dass man die Betaversion eines Computerprogramms als primäres Tool in den eigenen Arbeitsprozessen verwendet, ist wohl nicht ganz alltäglich. Schon gar nicht, wenn es sich um ein Schreibprogramm handelt. Schließlich haben sich hier ja bei den meisten Vielschreibern längst Gewohnheiten eingeschlichen, die kaum noch jemals hinterfragt werden: Man nutzt Word, weil es eben alle tun, oder man verwendet Pages, weil es beim Mac mitgeliefert wurde. Dass ich beim Schreiben gerne Text und Formatierung weitgehend separat halte und mich deshalb bevorzugt mit Markdown-Tools beschäftige, ist wohl jedem bekannt, der schon mehrfach auf diese Seiten geschaut hat.

Was das Schreiben mit der äußerst simplen Markdown-Auszeichnungssprache betrifft, ist aber bereits vor einigen Wochen ein neuer Stern aufgegangen: Mit FoldingText ging ein Textwerkzeug in den offenen Betatest, das von Anfang an durch seine überzeugenden Funktionen genau wie durch sein schlichtes Äußeres begeistern konnte. FoldingText begleitet den Aufbau selbst komplexester Texte von den ersten Stichworten über die Strukturierung der Outline bis zur Ausarbeitung einzelner Kapitel oder Textsegmente. Dabei verhält es sich stets unaufdringlich und erlaubt es dem Nutzer, durch das namensgebende Falten all das auszublenden, was gerade nicht benötigt wird. Daneben beherrscht FoldingText Checklisten und Timer, die Arbeitsabläufe oder das eigene Zeitmanagement erleichtern.

All das ist mit wenigen, einfachen, einleitenden Zeichen zu bewerkstelligen. Selbst wenn man sich bislang noch nie mit Markdown beschäftigt hat: In einer halben Stunde ist alles gelernt, was man benötigt, um mit FoldingText umfangreiche und gut strukturierte Textdokumente zu erstellen. Und was man sonst vielleicht noch irgendwann braucht, ist unter dem Hilfemenü in exemplarischen Textdateien ruckzuck zu finden. Sollten die Fragen oder Wünsche noch tiefer gehen, dann reagiert der Entwickler normalerweise äußerst kurzfristig, wenn man das Thema im Supportforum zur Diskussion stellt. So ergab es sich denn, dass aus meinem spontanen Test der Betaversion des neuen Tools augenblicklich die dauerhafte Verwendung von FoldingText als primäres Schreibprogramm wurde. Und mit jeder neuen Version der Betaphase ist meine Begeisterung noch einmal gestiegen.

Seit gestern nun ist FoldingText im Mac App Store regulär erhältlich. Zunächst für sehr erschwingliche 11,99 Euro. Mein Tipp: Schaut euch zunächst das kompakte Demovideo an. Und wenn ihr euch wundert, wie denn das eigentlich alles funktionieren soll, dann holt euch FoldingText und probiert es einfach selbst aus. Wer pragmatisch, unprätentiös und ergebnisorientiert Texte erstellen will, kann knappe zwölf Euro wohl kaum besser anlegen.