Männig

An der Basis

Dös hod da Nabboleon ogschaffd. Vermutlich kann nur ein Oberbayer komplexe geschichtliche Zusammenhänge so kurz und treffend zusammenfassen. Ich bin an der Goldach, einem Flüsschen nordöstlich von München unterwegs, als ich von zwei älteren Herren gefragt werde, was ich denn in dieser gottverlassenen Gegend zu suchen habe. Die Basislinie möchte ich erkunden, erkläre ich wahrheitsgemäß.

Feiertag per Kirchenaustritt

Das gibt es nur in Bayern: Tritt eine größere Zahl von Bürgern aus der Kirche aus, dann wird ein kirchlicher Feiertag neu eingeführt. Allerdings nur in einzelnen Gemeinden und nur dann, wenn evangelische Christen ihren Kirchenaustritt erklären. Der Hintergrund liegt in den bundesweit wohl einmaligen Regelungen des bayerischen Gesetzes über den Schutz der Sonn- und Feiertage.

Gefahren des Parlamentarismus

Immer mehr Kameras im öffentlichen Raum, automatisierte Kennzeichenerfassung auf den Straßen, Helmpflicht und Rauchverbote, Sicherungsverwahrung, und bevor man ein Flugzeug besteigen darf, muss man sich nicht nur ausziehen, sondern auch sein gesamtes Vorleben offen legen. Die Internet-Aktivitäten der Bürger werden mit Echelon und Prism, Bundestrojaner und XKeyscore überwacht, und zu allem Überfluss droht jetzt auch noch ein staatlich verordneter Veggie Day.

Der Waggon im Weizenfeld

Seit einigen Wochen trifft man zwischen der Münchner Vorortgemeinde Vaterstetten und ihrem Ortsteil Baldham auf einen alten Güterwaggon – inmitten eines Weizenfeldes. Die Gleise, auf denen der Waggon inmitten der Schotterebene im Münchner Osten ruht, sind freilich kaum länger als das Fahrzeug selbst, und weitere Bahnanlagen sucht man in der weiteren Umgebung vergebens.

Haken und Ösen bei Touch&Travel

Bereits im Jahr 2008 startete die Deutsche Bahn ihnen Feldversuch in Sachen Mobile Ticketing. Das gemeine Volk musste allerdings noch bis zum November 2011 warten, bis es sich bei dem Touch&Travel genannten, fahrkartenlosen Fahrkartensystem anmelden konnte. Betrachtet man den lustigen Zeichentrickfilm, mit dem die schöne Welt des mobilen Tickets erklärt wird, dann scheint alles ganz einfach zu sein:

Lieblingssachen: Mart Stam und der S 43

Martinus Adrianus Stam, genannt Mart, muss ein wechselvolles und vielfältiges Leben geführt haben. Versucht man, die zahlreichen Biografien des 1899 geborenen, niederländischen Gestalters in Übereinstimmung zu bringen, dann tut man sich schon in seinen frühen Lebens- und Schaffensjahren schwer. Von einer Schreinerlehre wird da berichtet und von einem Fernstudium der Architektur.

Streetart

Eine neue, äußerst erbauliche Kunstform lässt sich in letzter Zeit vermehrt im öffentlichen Raum beobachten: Die Fotos auf den allgegenwärtigen Aushängen, mit denen nach entlaufenen Haustieren gesucht wird, werden mit Fußball-Sammelbildchen überklebt.