<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Männig</title>
	<atom:link href="http://maennig.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://maennig.de</link>
	<description>Meinungen, Gedanken und Aktuelles von Jens Arne Männig</description>
	<lastBuildDate>Mon, 30 Aug 2010 13:31:33 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>10 Rules for Radicals</title>
		<link>http://maennig.de/2010/08/10-rules/</link>
		<comments>http://maennig.de/2010/08/10-rules/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 13:21:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Arne Männig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maennig.de/?p=1056</guid>
		<description><![CDATA[Carl Malamud ist eine fixe Größe in der US-amerikanischen Internetszene. Nachdem er zunächst einige computertechnische Fachbücher verfasst hatte, dokumentierte er mit seinem Werk Exploring the Internet schon 1992 Aufbau, Strukturen und Akteure des damals noch entstehenden weltweiten Netzes. Dieses Buch ist heute online verfügbar und für netzhistorisch interessierte immer noch eine spannenden Lektüre.
In den letzten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Carl_Malamud">Carl Malamud</a> ist eine fixe Größe in der US-amerikanischen Internetszene. Nachdem er zunächst einige computertechnische Fachbücher verfasst hatte, dokumentierte er mit seinem Werk <em>Exploring the Internet</em> schon 1992 Aufbau, Strukturen und Akteure des damals noch entstehenden weltweiten Netzes. Dieses Buch ist heute <a href="http://museum.media.org/eti/">online verfügbar</a> und für netzhistorisch interessierte immer noch eine spannenden Lektüre.</p>
<p>In den letzten Jahren hat sich Malamud zunehmend dem Schutz und der Veröffentlichung gemeinfreier Werke (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Public_domain#Public_Domain"><em>public domain</em> im Sinne des US-amerikanischen Rechts</a>) zugewandt. Mit seinem gemeinnützigen Unternehmen <a href="http://public.resource.org/">Public.Resource.Org</a> veröffentlicht er Werke und Dokumente, die in den USA mit öffentlichen Mitteln geschaffen wurden, die aber die der Öffentlichkeit bisher nicht kostenfrei zur Verfügung standen. Tausende von wertvollen Dokumentationen und Lehrfilmen wurden allein auf den Videoportalen <a href="http://www.youtube.com/user/PublicResourceOrg">YouTube</a> und <a href="http://www.archive.org/details/FedFlix">FedFlix</a> eingestellt.</p>
<p>Am 30. April 2010 hielt Carl Malamud eine Rede auf dem <a href="http://www2010.org/www/">WWW2010-Kongress</a>, der in diesem Jahr unter dem Motto <em>Open Government and the World Wide Web</em> stattfand. Diese Rede hat Malamud nun konsequenterweise ebenfalls veröffentlicht. Er schildert seine Erfahrungen im Umgang mit Behörden, Verbänden und öffentlichen Stellen aus 20 Jahren in eindringlichen, teils schillernden Beispielen. Er beschreibt Situationen, die ausweglos schienen, weil seine Ansprechpartner immer wieder dem Medium Internet unvertraut, skeptisch, ja ablehnend gegenüber standen.</p>
<p>Auf diesen Erfahrungen baut er seine Ratschläge auf, wie man mit Internetskeptikern, insbesondere aus dem öffentlichen Bereich, umgehen kann, wenn man dennoch mit ihnen zusammenarbeiten will oder muss. Die <em>10 Rules for Radicals</em> sind ein informatives Highlight für alle, die sich ein demokratisches, offenes Internet wünschen und sich dafür einsetzen wollen. Auch wenn die Situation sich in Deutschland und Europa in juristischen Detail etwas anders darstellt als in den USA: Altmeister Malamud liefert weit Qualitätsvolleres und Umsetzbareres, als in der deutschen Blogosphäre zu diesem Themenkreis in den allermeisten Fällen zu lesen ist.</p>
<p><a class="fancybox" href="#rules">Video des Vortrags (47 Minuten)</a></p>
<div style="display:none" id="rules">
<object width="560" height="344" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000"><param value="true" name="allowfullscreen"/><param value="always" name="allowscriptaccess"/><param value="high" name="quality"/><param value="true" name="cachebusting"/><param value="#000000" name="bgcolor"/><param name="movie" value="http://www.archive.org/flow/flowplayer.commercial-3.2.1.swf" /><param value="config={'key':'#$aa4baff94a9bdcafce8','playlist':[{'url':'http://www.archive.org/download/org.resource.public.rules/format=Thumbnail?.jpg','autoPlay':true,'scaling':'fit'},'http://www.archive.org/download/org.resource.public.rules/org.resource.public.rules_512kb.mp4'],'clip':{'autoPlay':false,'scaling':'fit','provider':'h264streaming'},'canvas':{'backgroundColor':'#000000','backgroundGradient':'none'},'plugins':{'controls':{'playlist':false,'fullscreen':true,'height':26,'backgroundColor':'#000000','autoHide':{'fullscreenOnly':true}},'h264streaming':{'url':'http://www.archive.org/flow/flowplayer.pseudostreaming-3.2.1.swf'}},'contextMenu':[{},'-','Flowplayer v3.2.1']}" name="flashvars"/><embed src="http://www.archive.org/flow/flowplayer.commercial-3.2.1.swf" type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="344" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" cachebusting="true" bgcolor="#000000" quality="high" flashvars="config={'key':'#$aa4baff94a9bdcafce8','playlist':[{'url':'http://www.archive.org/download/org.resource.public.rules/format=Thumbnail?.jpg','autoPlay':true,'scaling':'fit'},'http://www.archive.org/download/org.resource.public.rules/org.resource.public.rules_512kb.mp4'],'clip':{'autoPlay':false,'scaling':'fit','provider':'h264streaming'},'canvas':{'backgroundColor':'#000000','backgroundGradient':'none'},'plugins':{'controls':{'playlist':false,'fullscreen':true,'height':26,'backgroundColor':'#000000','autoHide':{'fullscreenOnly':true}},'h264streaming':{'url':'http://www.archive.org/flow/flowplayer.pseudostreaming-3.2.1.swf'}},'contextMenu':[{},'-','Flowplayer v3.2.1']}"></embed></object>
</div>
<p><a href="http://public.resource.org/rules/10rules.pdf">Download als PDF</a> (6,3 MB)</p>
<p><a href="http://public.resource.org/rules/"> Alle Downloadmöglichkeiten bei Public.Resource.Org</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maennig.de/2010/08/10-rules/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
<enclosure url="http://www.archive.org/download/org.resource.public.rules/org.resource.public.rules_512kb.mp4" length="199246040" type="video/mp4" />
		</item>
		<item>
		<title>Quo vaditis Social-Media-Events?</title>
		<link>http://maennig.de/2010/08/quo-vadis/</link>
		<comments>http://maennig.de/2010/08/quo-vadis/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 21:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Arne Männig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maennig.de/?p=1046</guid>
		<description><![CDATA[Menschen die sich im Netz tummeln, gibt es schon eine ganze Weile. Wenn es auch früher weit weniger waren. Ob in Mailboxen, dem Usenet oder in Compuserve-Gruppen: Soziale Foren zu den unterschiedlichsten Themen gab es schon lange vor dem vielgepriesenen Web 2.0 und der Erfindung des Begriffs Social Media. Und fast immer war es selbstverständlich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen die sich im Netz tummeln, gibt es schon eine ganze Weile. Wenn es auch früher weit weniger waren. Ob in Mailboxen, dem Usenet oder in Compuserve-Gruppen: Soziale Foren zu den unterschiedlichsten Themen gab es schon lange vor dem vielgepriesenen Web 2.0 und der Erfindung des Begriffs <em>Social Media</em>. Und fast immer war es selbstverständlich, dass sich die Mitglieder derartiger Gruppen früher oder später auch einmal oder gar regelmäßig auch im real life trafen und austauschten. So, wie die damaligen Gruppen  im Netz meist eher demokratisch organisiert waren, liefen auch die Treffen ab: Durch die Mitglieder selbst organisiert, im Nebenzimmer einer Kneipe oder gar am Lagerfeuer und beim Zelten im Garten eines der Gruppenmitglieder. Ein lockerer Austausch, aber oft auch mit durchaus qualifizierten und hochwertigen Vorträgen und Präsentationen.</p>
<p>Als die ersten kommerziellen Sozialen Netzwerke auftauchten, liefen deren Treffen zunächst auch eher unprätentiös ab. <em>OpenBC</em>, wie <a href="https://www.xing.com/">Xing</a> damals noch hieß, organisierte seine Münchner Gruppentreffen beispielsweise lange Zeit im Nebenzimmer und Saal des <a href="http://www.hirschgarten.de/">Gasthauses Königlicher Hirschgarten</a>, bekannt durch seinen großen Biergarten im gleichnamigen Park. Um dem Wirt einen gewissen Umsatz zu garantieren, erwarben die Besucher der Treffen bei ihrer Ankunft, für jeden erschwinglich, einen Gutschein für Speisen und Getränke im Wert von zehn Euro. Drinnen war der Saal spärlich mit Stehtischen ausgestattet, daneben gab es noch einige richtige Tische mit Stühlen oder Bänken fürs bequemere Essen.</p>
<p>Die spartanische Ausstattung erwies sich als äußerst zweckmäßig: Die Teilnehmer der Treffen blieben in Bewegung, man fand sich an einem einzigen Abend wieder und wieder in unterschiedlichen Gruppen zusammen und konnte, eine gewisse Kontaktfreudigkeit vorausgesetzt, zahlreiche neue Kontakte an einem Abend schließen. Der eine oder andere mögliche Geschäftspartner bleib dabei immer wieder einmal in der eigenen Datenbank. An verschiedene Aktionen wie gemeinsame Angebote oder gar kleinere Projekte, die aus solchen Treffen resultierten, erinnere ich mich immer noch gern.</p>
<p>Aber dann meinte man wohl seitens Xing, sich höherwertiger präsentieren zu müssen. Die<a href="http://official-events.xing.com/de/ambassadors"> Xing Ambassadors</a> wurden installiert, <a href="http://official-events.xing.com/de/faq/offizielle-xing-events">offizielle Xing-Events</a> wurden eingeführt. Und fürderhin wehte bei den durch die Ambassadors organisierten Events ein zunehmend anderer Wind. Da wurden und werden vielgängige Menüs und Gourmetdinner in  den teuersten Restaurants der Stadt und exklusive Dampferfahrten auf bayerischen Seen offeriert, oder man mietet mal eben ein halbes Wiesnzelt. Allen jetzt angebotenen Events ist gemein, dass sie teuer sind und sich sicher gut dazu eignen, sich gegenseitig zu beeindrucken, kaum jedoch für einen frischen Austausch und das pragmatische Kennenlernen potentieller Geschäftspartner. Mir persönlich drängt sich immer wieder der Verdacht auf, dass die organisierenden Ambassadors womöglich die einzigen sind, die von einer solchen Veranstaltung wirklich profitieren. Aber diese Entwicklung passt letzten Endes auch wieder zur Entwicklung des ganzen Xing-Netzwerks: Während man früher dort oft Kontakte geknüpft hat, die zum einen oder anderen profitablen Auftrag führten, scheint in der letzten Zeit das Sich-Profilieren und das Dabeisein im Vordergrund zu stehen. <em>Ein Sandkasten für Schlipsträger</em>, wie ein enttäuschtes Mitglied schrieb.</p>
<p>Hoffnung nahte in Form anderer, offener organisierter Netzwerke. Da tauchte beispielsweise der <a href="http://www.twittwoch.de/">Twittwoch</a> auf, der in München zunächst in der angenehm unprätentiösen Atmosphäre der <a href="http://niederlassung.org/">Niederlassung</a> stattfand. Das Programm: Zwei bis drei Vorträge, etwas open stage für die Kurzpräsentationen Schnellentschlossener und viel Zeit für den angenehm formlosen Austausch zwischen den Besuchern. Oder die <a href="http://socialmediaclub.org/chapter/munich">Münchner Fraktion des Social Media Club</a>: Erstmals traf man sich im bodenständigen Hofbräukeller, wo spannende Gespräche zwischen alten Hasen und Neulingen des Netz-, Marketing- und PR-Gewerbes stattfanden. Folgeveranstaltungen, organisiert in den Räumlichkeiten verschiedener Unternehmen, hatten meist einen umfangreicheren und informativen Vortrag als Kern, um den genug Zeit fürs Networking der Teilnehmer blieb.</p>
<p>Aber wo sind die Veranstaltungskonzepte heute angekommen? Der letzte Twittwoch fand als geschlossene Veranstaltung mit dem <a href="http://www.twittwoch.de/kulturtwittwoch-eine-videonachschau/">Themenschwerpunkt Kultur</a> im edlen Ambiente der BMW Welt statt. Die Eintrittskarten wurden verlost oder individuell vergeben. Show stand im Vordergrund, mit Themen, die bei der Zielgruppe nicht wirklich neu waren. Der letzte Social Media Club hatte interessanterweise ebenfalls Kultur zum Thema und fand im temporären Eventzentrum Puerto Giesing statt. Zur vorangegangenen Veranstaltung war in ein asiatisches Restaurant eingeladen worden. Der Schwerpunkt lag dabei offenbar auf dem Essen, ein einziger, dürrer Vortrag auf der Veranstaltung konnte wohl niemanden der Anwesenden wirklich überzeugen.</p>
<p>Bleiben also noch die beliebten <a href="http://twittagessen.de/">Twittagessen</a>. Auf der Basis des Projekts von Roman Zrenner und Christoph Zillgens organisieren primär Twitterer eigenständig Treffen, meist zum Mittagessen. Ein Mittagessen, das allerdings, so zeigt die Erfahrung, bei entsprechender Gesellschaft und angeregten Gesprächen gehörig lang werden kann. Aber auch diese Veranstaltungsform scheint einem Wandel zu unterliegen. Zumindest bieten mittlerweile professionelle oder semiprofessionelle Veranstalter auf der Twittagessen-Plattform Events an, die sich offenbar hochwertiger positionieren wollen.</p>
<p>Auffällig ist da beispielsweise die gerade erst in Gründung befindliche (rechtlich also noch nicht existente) <a href="http://socialmediaevents.wordpress.com/">b2socialmedia UG</a>, die gemeinsam mit dem Munich Diamonds Business Club (vertreten mit einer <a href="https://www.xing.com/net/mcd">merkwürdig wirren Eigenpräsentation</a> auf Xing, die an klassisches MLM-Niveau gemahnt) eine so genannte <em>B2Twittnight</em> im ehrwürdigen <em>Hotel Bayerischer Hof</em> anbietet. Hier wird offenbar ein bisher glücklicherweise noch unbekanntes Niveau erreicht: Über Inhalte lässt man sich auf der Webseite der Veranstaltung gar nicht erst aus, ebenso wenig über das zu erwartende Preisniveau für die Atzung im Münchner Nobeletablissement. Was dann doch beruhigt: Bis heute, zwei Wochen vor der Veranstaltung, haben sich <a href="http://twittagessen.de/events/919">gerade einmal zwei Personen angemeldet</a>, zieht man die Veranstalter selbst und zwei ortsbekannte Lokalblogger (vulgo Medienpartner) ab.</p>
<p>Vielleicht stehe ich ja mit dieser Meinung allein, aber ich finde diese Entwicklung bedauerlich: Weg von einfachen und produktiven Treffen der wirklich Aktiven und hin zu großen, kommerziellen Veranstaltungen, für die entweder Sponsoren oder Teilnehmer tief in die Tasche greifen müssen. Bei einigen der derzeit angebotenen Events scheint das wirtschaftliche Interesse der Veranstalter an erster Stelle zu stehen, wenn auch sicherlich nicht bei allen. Prunk und Profilierungssucht ersetzen meines Erachtens nicht den bodenständigen Austausch zwischen Praktikern. Um es kurz zu machen: Ich würde mir wünschen, dass es in der Social-Media-Szene die einfachen, überschaubaren Veranstaltungen wieder oder weiterhin gäbe, die für die Teilnehmer einen wirklichen Mehrwert bieten. Mehrgängige Dinner, edle Hotels, Dampferfahrten und Wiesnbesuch absolviere ich dann gern bei anderer Gelegenheit.</p>
<p>Wie ist eure Meinung? Handelt es sich hier möglicherweise um ein typisch münchnerisches Problem? Oder vielleicht um gar keines? Sind ähnliche Tendenzen auch in anderen Ballungszentren der Social-Media-Aktiven anzutreffen?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maennig.de/2010/08/quo-vadis/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>14</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mensch 2.0: Ein Produkt seiner Produkte?</title>
		<link>http://maennig.de/2010/07/mensch-2-0/</link>
		<comments>http://maennig.de/2010/07/mensch-2-0/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 20:27:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Arne Männig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maennig.de/?p=1040</guid>
		<description><![CDATA[Die umtriebige Unternehmerin Sina Trinkwalder hat gerufen und viele haben ihrem Aufruf Folge geleistet: Wie die geschäftsführende Gesellschafterin eines jungen Augsburger Textilunternehmens haben sie ihre Taschen geleert und ein Foto des Inhalts eingeschickt. Die geniale Marketingaktion bereitet den Start einer Taschenkollektion des Labels manomama vor. Und die Kunden und Fans des Hauses lassen sich gern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die umtriebige Unternehmerin Sina Trinkwalder hat gerufen und viele haben ihrem Aufruf Folge geleistet: Wie die geschäftsführende Gesellschafterin eines jungen Augsburger Textilunternehmens haben sie ihre Taschen geleert und ein Foto des Inhalts eingeschickt. Die geniale Marketingaktion bereitet den Start einer Taschenkollektion des Labels <a href="http://www.manomama.de/">manomama</a> vor. Und die Kunden und Fans des Hauses lassen sich gern einspannen. Schließlich hat die ehemalige Werbeagenturchefin und heutige nachhaltige Unternehmen in seit knapp einem Jahr immer wieder vorgemacht, wie man mit den Mitteln des Web 2.0 eine Zielgruppe effizient bearbeitet.</p>
<p>Nachdem 155 willige Verbraucher der Aufforderung <a href="http://www.manomama.de/blog/2010/07/14/das-bin-ich-und-du/">Das bin ich &#8211; Und du?</a> gefolgt sind, wurde vor wenigen Tagen die Webseite <a href="http://www.menschenzweinull.de/">Menschen 2.0</a> freigeschaltet, auf der die Bilder präsentiert werden. Und es wäre nicht Web 2.0, wenn man nicht weiter mitmachen könnte. Denn zum einen können die Besucher der Seite den Tascheninhalt der Einsender bewerten, zum anderen wurde die Einsendefrist ein weiteres Mal verlängert und eröffnet so auch weiteren potenziellen Kunden die Möglichkeit, sich noch als Unterstützer von Mode und Accessoires <em>Made in Augsburg</em> zu profilieren.</p>
<p>Sicher, die Aktion ist bewundernswert, weil sie das vorbildlich umsetzt, worum die meisten Behörden und Unternehmen in den den letzten Jahren eher verkrampft bemüht sind: Ihre ursprünglichen Kernaufgaben immer mehr den Betroffenen, den Bürgern und den Kunden selbst zu übertragen. Dass sich überzeugte und langjährige Kunden sich als Multiplikatoren und Werbeträger einspannen lassen, wenn man ihnen bestimmte Vorteile und Vergünstigungen gewährt, das haben bereits einige Unternehmen bewiesen. Dass sich aber Menschen, die bisher kein einziges Produkt eines gerade mal drei Monate alten Herstellers in den Händen gehalten haben, für die Reklame dieses Unternehmens rekrutieren lassen, das dürfte in der Tat neu sein.</p>
<p>Was aber verwundert, verwirrt, ja bestürzt, ist, wie sich die Teilnehmer der Aktionen durch ihre Besitztümer inszenieren und zu profilieren versuchen. Denn sorgsam wurde für die Bilder angerichtet, was der Verbraucher 2.0 als repräsentativ für seine Persönlichkeit empfindet. Nur wenige wagen es, ein Bild ihres Besitzstandes ohne mindestens ein Produkt des Hauses Apple zur Veröffentlichung freizugeben. Voluminöse Schlüsselbunde künden von Macht und Einfluss. Seriöse Tageszeitungen werden faltenlos präsentiert, um die Verbundenheit mit klassischen Wertewelten unübersehbar zu machen. Der <a href="http://www.brandeins.de/archiv/magazin/das-marketing-ist-tot-es-lebe-das-marketing/artikel/das-ungeschriebene-buch.html">Neo-Klassiker Moleskine</a> nimmt ebenso einen erstaunlich breiten Raum ein. Und noch immer geht nichts ohne modische Sonnenbrille.</p>
<p>Die gezeigten Autoschlüssel sind vornehmlich solche gehobener Marken, von Marken, die allerdings in Sachen Nachhaltigkeit bislang noch nicht sonderlich aufgefallen sind. Dies erstaunt etwas, da der manomama-Tenor von <em>sustainability</em> und <em>make lokal</em> ja stets unwidersprochen bleibt, ja gern bestätigt wird. Gern mischt sich auch, insbesondere bei Frauen, das eine oder andere Kinderspielzeug oder Bilderbuch scheinbar zufällig in den herumgetragenen Hausrat. Was bei der geballten Selbstinszenierung verwundert, sind neben den Kosmetika die Mengen von Medikamenten, die gemeinsam mit dem sorgsam arrangierten Tascheninhalt abgelichtet wurden. Ein Zeichen dafür, dass man aufgrund seines Erfolgs eben auch unter Stress und somit gesundheitlich unter Druck steht?</p>
<p>Sich aufs Notwendige zu beschränken, das scheint allerdings nicht die Stärke des Menschen 2.0 zu sein. Denn ein Großteil der Einsender trägt trotz der zu unterstellenden Vorselektion vor der Bildaufnahme offenbar ständig Dinge mit sich, die offenbar eher selten gebraucht oder verwendet werden. Über den Inhalt der fast durchgängig geschlossen gezeigten Brieftaschen und Geldbeutel möchte man vor diesem Hintergrund lieber gar nicht spekulieren. Bücher, klassische Taschenbücher, sind dem Smartphone offenbar fast durchgängig gewichen – oder sie haben heute schlicht nicht mehr genügend Prestigewert, um gezeigt zu werden. Kassenzettel, Quittungen und sonstige Belege – normalerweise ein typischer Tascheninhalt – fehlen erstaunlicherweise fast völlig.</p>
<p>Was bleibt, ist die Gewissheit, dass sich der Mensch 2.0 offenbar nicht von seinen Vorgängern seit der Wirtschaftswunderzeit unterscheidet. Nach wie vor definiert er sich am liebsten über seine Besitztümer. <em>You are what you wear. You are what you carry around. You are what your brands are.</em> Schade, denn die schier endlosen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten, die das Internet und World Wide Web wären doch eine so schöne Gelegenheit gewesen, unsere Gesellschaft auf eine neue Basis, die Basis des Wissens zu stellen. Dass die Gesellschaft dennoch weiterhin ihren Konsens am einfachsten in Besitz und Konsum findet, braucht allerdings niemanden zu verwundern: Schließlich ist das Web 2.0 nichts anderes als ein Produkt der Werbe- und Wirtschaftsunternehmen. Und warum sollte sich die eigens geschaffene Zielgruppe, der Mensch 2.0, von deren Werten distanzieren wollen?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maennig.de/2010/07/mensch-2-0/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Manufactum. Echte Handarbeit. Kein Hightech.</title>
		<link>http://maennig.de/2010/07/manufactum/</link>
		<comments>http://maennig.de/2010/07/manufactum/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 15:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Arne Männig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Spam]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maennig.de/?p=1029</guid>
		<description><![CDATA[Irgendwann Anfang der 90er berichtete mir jemand aus dem engsten Familienkreis, dass es da einen Versandhandel mit hübschen, altmodischen Sachen gäbe. Einen Katalog, damals noch ziemlich dünn, bekam ich gleich dazu überreicht. Ich fand nett, wenn auch nicht besonders preiswert, was dieses Unternehmen namens Manufactum anbot und bestellte auch tatsächlich das eine oder andere Produkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann Anfang der 90er berichtete mir jemand aus dem engsten Familienkreis, dass es da einen Versandhandel mit hübschen, altmodischen Sachen gäbe. Einen Katalog, damals noch ziemlich dünn, bekam ich gleich dazu überreicht. Ich fand nett, wenn auch nicht besonders preiswert, was dieses Unternehmen namens Manufactum anbot und bestellte auch tatsächlich das eine oder andere Produkt dort, zuletzt vor vermutlich acht bis zehn Jahren.</p>
<p>Einige Zeit später blieben die immer dicker werdenden Kataloge aus, die bis dahin regelmäßig im Briefkasten gelegen hatten, und irgendwann auch die gedruckten Rundbriefe, die immer einen erfreulichen Unterhaltungswert gehabt hatten, solange diese noch vom Inhaber des Unternehmens, Thomas Hoof, geschrieben worden waren. Dieser verkaufte Unternehmen und Marke Manufactum dann aber ohnehin im Jahr 2007 an den Otto-Konzern.</p>
<p>Otto scheint nun mit den Umsätzen seiner Tochter für <em>die guten Dinge</em> nicht mehr so ganz zufrieden zu sein. Wie anders sollte es sonst zu deuten sein, wenn man nach Jahren des Schweigens nun plötzlich eine E-Mail von Manufactum – immerhin in alter Rechtschreibung – erhält</p>
<blockquote><p>Lieber Herr Männig,</p>
<p>Anfang September erscheint der Warenkatalog Nr. 23. Wenn Sie mögen, schicken wir Ihnen Ihr Exemplar gleich nach Erscheinen pünktlich zu. Klicken Sie dazu einfach auf den untenstehenden Link und bestätigen / ändern Sie Ihre Adreßdaten wie gewünscht.</p>
<p>Mit herzlichen Grüßen<br />
Ihre Manufactum Internet-Redaktion</p>
<p>» <span style="text-decoration: underline;">Ja, bitte schicken Sie mir den Warenkatalog Nr. 23 zu.</span><br />
» <span style="text-decoration: underline;">Nein, ich möchte den Warenkatalog Nr. 23 nicht erhalten.</span></p></blockquote>
<p>Eine E-Mail? Von Manufactum? Dort ist man doch eher mit Email, Gusseisen und Bakelit befasst. Ein Blick auf die IP-Adresse, von der die Elektropost kommt, beruhigt einen dann aber doch gleich wieder: Die Mail kommt in Wirklichkeit von der MCS Moorbek Computer Systeme GmbH in Hamburg. Manufactum hat also freundlicherweise die Daten seiner Altkunden an einen Dienstleister weitergegeben, der sich jetzt auf dem Weg des fürchterlich innovativen E-Mail-Marketings um deren Rückgewinnung als aktive Kunden kümmern soll.</p>
<p>Und bei MCS zieht man gleich alle Register: Man baut nicht nur einen Link ein, mit dem man den neuen Katalog bestellen kann, sondern auch gleich noch einen, den der Kunde klicken soll, wenn er ihn <em>nicht</em> haben will. Erfahrungsgemäß klickt eine erstaunlich hohe Quote der Empfänger tatsächlich derartige Links – und hat damit zur Freude der Anbieter und Internetmarketer seine E-Mail-Adresse gleich verifiziert. Sie wird so als aktive, gelesene Adresse erkannt, die man bei weiteren Marketingaktionen gern wieder berücksichtigt, sprich: Mit mehr Spam bedient. Nun möchte der geneigte Exkunde aber fürderhin seine Ruhe haben. Deshalb klickt er selbstverständlich keinen der vorgenannten Links und findet schließlich weiter unten, im Kleingedruckten, Verzeihung, KleingeHTMLten zwei weitere Links:</p>
<blockquote><p>Hier können Sie das <span style="text-decoration: underline;">Format des Manufactum Internet-Rundbriefes ändern</span><br />
oder den Manufactum <span style="text-decoration: underline;">Internet-Rundbrief abbestellen</span>.</p></blockquote>
<p>Prima, denkt man sich und klickt auf den zweiten Link, um seine E-Mail-Adresse für weitere Aktionen abzumelden. Der Original-Link, hier aus Datenschutzgründen entfernt, ist von der Inxmail- Software, mit der der Manufactum-Dienstleister seine Aktionen abwickelt, mit einer individuellen Kennung für jeden Kunden versehen. Dies sollte es eigentlich erlauben, auf den Klick gleich eine Bestätigung der Abmeldung zu liefern. Aber nein, so einfach macht es einem MCS im Namen von Manufactum nicht. Denn was man erhält, ist erstmal ein weiteres Abmeldeformular.</p>
<p><a href="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/07/abmelde.png"><img class="alignnone size-full wp-image-1030" title="abmelde" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/07/abmelde.png" alt="" width="630" height="273" /></a></p>
<p>Erstaunlich ist allerdings, dass in dieses Abmeldeformular nicht einmal die E-Mail-Adresse des Kunden automatisch eingetragen wird. Wozu wird denn dann eigentlich seine Identität mit dem Link zuvor noch einmal an MCS übertragen? Nun gut, mit bereits leichten Grimm trägt man eben seine Adresse, die man leichtsinnigerweise vor vielen Jahren einmal Manufactum überlassen hat, noch einmal ins entsprechende Feld ein. Man drückt den Button Internet-Rundbrief abbestellen und …</p>
<p><a href="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/07/error.png"><img class="alignnone size-full wp-image-1031" title="error" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/07/error.png" alt="" width="630" height="327" /></a></p>
<p>… ist überrascht: Die E-Mail-Adresse, an die MCS im Namen von Manufactum noch wenige Minuten zuvor eine E-Mail verschicken konnte, ist diesen Unternehmen gar nicht bekannt. Ein Abmelden von weiteren tollen E-Mail-Aktionen ist damit schlicht nicht möglich. Das sollten sich andere Unternehmen ein Vorbild nehmen: Man bewirbt nur Adressen, die man gar nicht hat, und schließt damit auch jegliche Datenschutzproblematik von vorn herein aus.</p>
<p>Prima, liebe Profis von Moorbek Computer Systeme und danke, liebe Manufactum-Marketingabteilung! Meine Anfrage gemäß Bundesdatenschutzgesetz, welche Daten denn nun wirklich bei euch über mich gespeichert sind, kommt dann sicherheitshalber ganz altmodisch per Post. Es gibt sie nämlich noch, die gute Post, und vielleicht ist dies auch der Kommunikationsweg, bei dem ein im Traditionellen verwurzeltes Unternehmen wie Manufactum auch sicherheitshalber lieber bleiben sollte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maennig.de/2010/07/manufactum/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Safari-Erweiterungen, und wie man sie einspart</title>
		<link>http://maennig.de/2010/07/safari-erweiterungen/</link>
		<comments>http://maennig.de/2010/07/safari-erweiterungen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 12:56:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Arne Männig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Mac]]></category>
		<category><![CDATA[Safari]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstorganisation]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maennig.de/?p=1024</guid>
		<description><![CDATA[Nachdem die Apps für iPhone, iPod Touch und inzwischen auch iPad Apple einen großen wirtschaftlichen Erfolg beschert haben, wurde nun auch in den die neue Version des hauseigenen Browsers Safari eine Funktionalität eingebaut, die ähnliche Perspektiven entwickeln könnte: Erstmals beherrscht Safari 5.0 die Möglichkeit, individuelle Erweiterungen (Extensions) in seine werksseitige Funktionalität zu integrieren. Freilich, so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem die Apps für iPhone, iPod Touch und inzwischen auch iPad Apple einen großen wirtschaftlichen Erfolg beschert haben, wurde nun auch in den die neue Version des hauseigenen Browsers Safari eine Funktionalität eingebaut, die ähnliche Perspektiven entwickeln könnte: Erstmals beherrscht <a href="http://www.apple.com/de/safari/">Safari 5.0</a> die Möglichkeit, individuelle Erweiterungen (<em>Extensions</em>) in seine werksseitige Funktionalität zu integrieren. Freilich, so etwas ist anderswo schon längst bekannt, insbesondere natürlich vom Open-Source-Konkurrenten Firefox. Ganz so offen mag sich Apple dann natürlich auch wieder nicht zeigen und fordert von den Entwicklern von Erweiterungen zumindest die Registrierung als Safari Developer. Erst mit einer von Apple zugeteilten Kennung akzeptiert der Browser die Erweiterungen. Und Apple wäre nicht Apple, wenn wir nicht in näherer Zukunft mit einem Safari Extensions Store mit kostenpflichtigen Browser-Erweiterungen zu rechnen hätten.</p>
<p>Sicher, die Möglichkeit der Erweiterung der Funktionalität des ohnehin schon recht mächtigen Browsers ist durchweg begrüßenswert. Bei der Durchsicht der derzeit bereits verfügbaren Safari-Erweiterungen zeigt sich jedoch in vielen Fällen, dass die angebotenen Funktionen oft eher von schlichter Natur sind. Neben zahlreichen Buttons, mit denen man die Symbolleiste einbauen kann, findet man zahlreiche Funktionen, die ebenso mit einem veränderten CSS-Style-Sheet zu erreichen sind und, verborgen in der <em>.safariextz-Datei</em> der Erweiterung, wohl auch so gelöst werden. Ist man nun aber Freund eines schlanken und daraus resultierend stabilen Systems, dann erreicht man gern die gleiche Funktionalität mit Bordmitteln, als den Browser mit zahllosen Erweiterungen zu überfrachten.</p>
<p>Um jedoch nachvollziehen zu können, wie eine Erweiterung wirklich funktioniert, muss man zunächst einmal in den kompilierten Code einer heruntergeladenen .safariextz-Datei hineinschauen. Nun kann man zwar mit Bordmitteln, das heißt mit dem Entwickler-Menü in Safari eigene Erweiterungen kompilieren, eine Möglichkeit zum Dekompilieren fehlt jedoch. Hier kommt <em>safariextz2desktopfolder</em> ins Spiel, ein Apple-Script, das von den Entwicklern Ivo und Oscar Bouwmans <a href="http://io.bouwmans.org/?p=scripts">zum Download angeboten</a> wird. Man deponiert das heruntergeladene Script an einer beliebigen Stelle seiner Mac-Festplatte und zieht beliebige .safariextz-Dateien einfach auf das Programm-, richtiger Scriptsymbol. Daraufhin werden die Daten dekompiliert und ordentlich in einem entsprechend angelegten Ordner auf dem Desktop abgelegt. Der Vorgang selbst ist im Terminalfenster von MacOS X zu beobachten und in Sekundenbruchteilen abgeschlossen. In den einzelnen Dateien des dekompilierten Pakets lässt sich nun – gewisse Grundkenntnisse vorausgesetzt – leicht nachvollziehen, an welchen Punkten die Erweiterung ansetzt.</p>
<p>Ein konkretes Beispiel: Interessant fand ich den Ansatz der Safari-Erweiterung <a href="http://www.verticalforest.com/2010/06/08/faceblock-safari-facebook-ad-blocker/">FaceBlock</a>, die Werbeanzeigen in Nutzerprofilen und auf der rechten Spalte in Facebook abfiltert. Da ich ich zum Filtern von Internetwerbung aber normalerweise den genialen Onboard-Proxyserver <a href="http://glimmerblocker.org/">GlimmerBlocker</a> verwende, mochte ich mein System nicht mit einer Safari-Erweiterung belasten, sondern die Filterung wie gewohnt dort vornehmen. Was aber filtert FaceBlock so erfolgreich? Nach dem Dekompilieren mit safariextz2desktopfolder  zeigt sich eine CSS-Datei, die die gefilterten Strings in Klarschrift enthält. Diese trägt man in GlimmerBlocker, AdBlock oder welches Filtertool auch immer man bevorzugt, ein. Fertig. Ab sofort bleibt man von Reklame auf Facebook verschont, allerdings ohne den Browser durch Erweiterungen belastet und damit möglicherweise verlangsamt zu haben.</p>
<p>Natürlich ist mir klar, dass viele gerade deshalb einen Mac oder Safari nutzen, weil sie eben genau nicht wissen wollen, was unter der Haube des Systems vor sich geht. Dennoch finde ich es charmant, auch bei einem vonm Anbieter Apple relativ kontrollierten System selbst bestimmen zu können, wie die Systemkonfiguration im Detail aussieht und Probleme, die aus kritischen Konstellationen von Software resultieren können, aktiv zu vermeiden. Viel Spaß also beim Nachbauen und Nutzen des ebenso genialen wie simplen Tools mit dem sperrigen Namen <em>safariextz2desktopfolder</em>. Über weitere Tipps zu diesem Themenkreis in den Kommentaren freue ich mich natürlich jederzeit!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maennig.de/2010/07/safari-erweiterungen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kundengerechte User Interfaces</title>
		<link>http://maennig.de/2010/07/user-interfaces/</link>
		<comments>http://maennig.de/2010/07/user-interfaces/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 20:30:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Arne Männig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[iPhone]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Mobiltelefon]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maennig.de/?p=1014</guid>
		<description><![CDATA[Heute hat nun Apple also förmlich auf die Empfangsproblematik beim neuen iPhone 4 reagiert, über die schon im vorigen Artikel zu lesen war. In einem Brief an die iPhone-Nutzer wurde diesen mitgeteilt, dass es sich letztlich nur um eine fehlerhafte Berechnung der Anzeige der Empfangsqualität des Geräts handle. Nachdem einige User aber offenbar bereits abgebrochene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute hat nun Apple also förmlich auf die Empfangsproblematik beim neuen iPhone 4 reagiert, über die schon <a href="http://maennig.de/2010/06/zen-iphone/">im vorigen Artikel</a> zu lesen war. In einem <a href="http://www.apple.com/pr/library/2010/07/02appleletter.html">Brief an die iPhone-Nutzer</a> wurde diesen mitgeteilt, dass es sich letztlich nur um eine fehlerhafte Berechnung der Anzeige der Empfangsqualität des Geräts handle. Nachdem einige User aber offenbar bereits abgebrochene Gespräche beim <a href="http://www.blogcdn.com/www.engadget.com/media/2010/06/jobsemail.jpg">falschen Halten</a> des iPhone erfahren haben, ging natürlich sofort ein Aufschrei durch die Netzmedien.</p>
<p>Ein Aufschrei, der nur wenig nachvollziehbar ist. Denn schließlich liefert die Industrie seit vielen Jahren auf zahlreichen für unverzichtbar gehaltenen Displays und Anzeigeinstrumenten ihren Kunden schlicht die Informationen, die er gern sehen möchte oder mit denen er sich wohl fühlt. Exemplarisch seien hier zwei Beispiele genannt:</p>
<h3>Das Geheimnis der Wassertemperatur</h3>
<p>Personenautos hatte bis in die 70er Jahre am Armaturenbrett ein schlichtes Lämpchen, das dem Fahrer anzeigte, wenn der Motor sich überhitzte. Gesteuert durch einen simplen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Temperaturschalter">Bimetallschalter</a> leuchte diese Kontrolllampe auf, wenn sich die Kühlwassertemperatur über knapp 100°C erhöhte. Dies stellte nämlich in den Zeiten der offenen Kühlkreisläufe ein Problem dar, weil das Wasser schlicht verdampfte und damit nicht mehr zur Kühlung des Motors zur Verfügung stand. Ältere Leser erinnern sich vielleicht noch an Autos mit dampfendem Kühler, beispielsweise an Alpenpässen.</p>
<p>Mit dem Aufkommen geschlossener, bei hoher Temperatur unter Druck stehender Kühlkreisläufe war dieses Problem beigelegt. Durch den höheren Druck siedet das Wasser erst bei höheren Temperaturen – das Prinzip des Dampfkochtopfs – und kann nicht mehr entweichen. Zur gleichen Zeit wollten aber die Käufer und Fahrer von Autos immer detailliertere Informationen über das, was in der Fahrzeugtechnik vor sich ging. Zumindest vermuteten oder behaupteten dies die Marketingexperten der Autohersteller.</p>
<p>Folglich wurde die Mehrzahl der Personenwagen nach und nach mit einem Thermometer ausgerüstet, das die Kühlwassertemperatur anzeigte. Nach geraumer Zeit fiel aber auf, dass viele Fahrer durch das Auf und Ab der Nadel des Anzeigeinstruments eher verunsichert wurden und sich Gedanken machten, ob denn alles so sei, wie es sein sollte, wenn beispielsweise die Anzeige einmal bis auf 100°C oder darüber anstieg. Entsprechenden Nachfragen häuften sich in den Vertragswerkstätten.</p>
<p>Aus diesem Grund ging man ab ca. 1990 dazu über, die Anzeige der Kühlwassertemperatur zu beeinflussen, quasi optimiert darzustellen. Die zunehmende Elektronisierung der Autotechnik machte dies relativ einfach. Heute zeigt also die Mehrzahl der Kühlwasseranzeigen an Pkw-Armaturenbrettern mehr oder weniger konstant 90°C an, sofern sich die reale Kühlwassertemperatur zwischen etwa 70 und 110°C befindet. Dem Motor ist es egal, und der Autohersteller hat so dafür gesorgt, dass der Besitzer oder Fahrer des Fahrzeugs sich wohlfühlt. Sicher entbehrt das Anzeigeinstrument damit seinen ursprünglichen Sinn, aber der Autobesitzer möchte eben nicht nur das Gefühl haben, alles zu kontrollieren, sondern auch die Gewissheit spüren, dass alles gut ist.</p>
<h3>Hightech im Rasierapparat</h3>
<p>Vor gut 25 Jahren begann ein Wandel im Bereich der elektrischen Rasierapparate. Waren diese vorher auf eine Steckdose angewiesen, so begann man ab diesem Zeitpunkt, Akkus in die Rasierer einzubauen, die es ermöglichten, diese auch ohne Netzkabel zu betreiben, so, wie wir es heute gewöhnt sind. Möglich wurde dies, weil man die mit Hochspannung betriebenen oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwingankerantrieb">Schwingankermotoren</a>, die bis dahin in diesen Geräten üblich waren, durch Motoren ersetzte, die mit Kleinspannungen bis zu 12 Volt betrieben werden konnten.</p>
<p>Die Akkus in den Rasieren mussten nun freilich geladen werden, und irgendwann waren sie auch wieder leer. Zu Beginn besaßen deshalb die Akkurasierer meist mit zwei einfache Leuchtdioden, von denen eine den Ladebedarf bei fast leerer Batterie anzeigte, die andere den Ladevorgang durch mehr oder weniger sinnvolle Signale begleitete. Bald aber schon, Flüssigkeitskristall-Anzeigen wurden ja immer billiger, wurden Rasierer mit einer Balkenanzeige ausgestattet, die den momentanen Ladezustand des eingebauten Akkusatzes zumindest grob erahnen ließ.</p>
<p>Doch dies war den Marketingabteilungen und vielleicht sogar der Kundschaft wiederum nicht genug. Eine Anzeige, die minutengenau per Digitalanzeige angab, wie lange die Akkuladung noch reichen würde, sollten die Elektrorasierer erhalten. Leider war das Entladungsverhalten der damals üblichen Nickel-Cadmium-Zellen keineswegs dafür geeignet, solche Informationen aus der Stromspannung, die die Zelle abgab, rückzuschließen. Diese Art von Akkus hatte nämlich die Eigenschaft, eine fast konstante Spannung bis kurz vor dem Ende abzugeben und dann in kürzester Zeit plötzlich und überraschend den Dienst zu versagen.</p>
<p>Was also tun, um dem Kunden seine Restlaufanzeige zu liefern? Bei einem renommierten Hersteller hatte man eine Idee. Man wusste ja aus Versuchsreihen, wie lange eine Akkuladung in jedem Fall hielt. Dies war ab sofort die Start-Restlaufzeit auf dem Display. Dieses zählte nun exakt im Minutentakt abwärts, bis etwa 30 Sekunden vor dem prognostizierten Ende der Akkulaufzeit ein technischer Kniff angewendet wurde: Eine elektronische Steuerung reduzierte die Stromzufuhr vom Akkublock allmählich, bis der Motor schließlich bei der Anzeige von genau null Minuten zum stehen kam. Das System bewährte sich, und es wird heute auch in elektrischen Zahnbürsten und einer ganzen Reihe ähnlicher Geräte so verbaut.</p>
<p>Freilich, die Akkulaufzeit wäre in Wirklichkeit oft um einiges länger gewesen, als das, was die Regelelektronik dem Motor und damit dem Kunden zugesteht. Aber der Kunde möchte die Kontrolle und ein präzise funktionierendes Hightech-Gerät haben, und genau das stellt ihm die Industrie mit einem kleinen, technischen Trick zur Verfügung. Effizienz oder die Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen müssen da eben zurückstehen. Und wieder fühlen sich alle wohl: Marketing und Vertrieb der Hersteller und nicht zuletzt der von seinem Produkt überzeugte Kunde.</p>
<p>&nbsp;<br />
Sicher gäbe es noch weitere Beispiele, bei denen der Kunde schlicht die Information erhält, die er gern erhalten möchte, weil es ihm damit gut geht, bei denen aber nicht unbedingt die Realität 1:1 abgebildet wird. Wenn dies bereits seit Jahren bei techniklastigen Verbraucherprodukten so üblich ist, warum dann jetzt die Aufregung, dass Apple schlicht die Anzeige der Empfangsleistung des iPhone 4 per Software optimiert?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maennig.de/2010/07/user-interfaces/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zen und die Kunst, ein iPhone anzufassen</title>
		<link>http://maennig.de/2010/06/zen-iphone/</link>
		<comments>http://maennig.de/2010/06/zen-iphone/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 20:27:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Arne Männig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[iPhone]]></category>
		<category><![CDATA[Mobiltelefon]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversorgung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maennig.de/?p=1000</guid>
		<description><![CDATA[Sie ging ja nun in den letzten Tagen durch alle Hightech-Medien, die iPhone antenna issue. Allen Unbedarften, bei denen die Produkte des Hauses Apple nicht im Zentrum all ihres Begehrens stehen, sei erklärt: Das neue iPhone 4 hat ein Gehäuse aus zwei Glasplatten, die mit einem Edelstahlstreifen verbunden sind. Dieses Edelstahlband besteht aus drei Einzelteilen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie ging ja nun in den letzten Tagen durch alle Hightech-Medien, die <em>iPhone antenna issue</em>. Allen Unbedarften, bei denen die Produkte des Hauses Apple nicht im Zentrum all ihres Begehrens stehen, sei erklärt: Das neue iPhone 4 hat ein Gehäuse aus zwei Glasplatten, die mit einem Edelstahlstreifen verbunden sind. Dieses <a href="http://www.viddler.com/explore/engadget/videos/1508/">Edelstahlband besteht aus drei Einzelteilen</a>, von denen zwei als Antenne für das Telefonieren per GSM oder UMTS dienen und ein weiteres Teil die Versorgung mit Bluetooth, Wireless LAN und GPS gewährleistet. Die einzelnen Antennenbereiche sind durch einen kleinen Spalt voneinander getrennt und damit elektrisch isoliert.</p>
<p>Überbrückt man nun diese Isolation, indem man beim Greifen des Telefons den Finger genau auf diesen Spalt hält, dann sinkt die Empfangsleistung des iPhone im GSM- oder UMTS-Netz rapide ab. Im Extremfall kann sogar ein Telefongespräch, das gerade geführt wird, abbrechen. Aufgrund der Lage des Spalts zwischen den Edelstahlstreifen ist es fast unvermeidlich, die Brücke zwischen den Antennenbereichen herzustellen, wenn man das Telefon in der linken Hand hält. Seitens Apple versucht man die Problematik herunterzuspielen. »<a href="http://www.blogcdn.com/www.engadget.com/media/2010/06/jobsemail.jpg">Just avoid holding it that way.</a>«, ließ Apple-CEO Jobs einen besorgten Kunden wissen.</p>
<p>Sicherlich ist diese Lösung für den bis zu diesem Zeitpunkt begeisterten Kunden nur wenig befriedigend, erwartet er doch für den hohen bezahlten Preis genau das Stück technologische Präzision, das die immer wieder beeindruckenden Marketingaktionen des Hauses mit dem Apfel auch versprochen hatten. Dabei wäre die Selbsthilfe ganz einfach: Ein Streifen transparentes Klebeband, auf die entsprechenden Bereiche der Antenne appliziert, würde diese gegen die Haut des iPhone-Besitzers elektrisch isolieren und den Dämpfungseffekt beim Telefonieren teilweise oder sogar ganz eliminieren.</p>
<p>Mehrere iPhone-Besitzer, die ich in den vergangenen Tagen auf diese einfache Lösungsmöglichkeit hingewiesen habe, zeigten sich entsetzt. Das sei ja nun keine professionelle Lösung, ließ man mich wissen, nein, man erwarte, dass Apple ein Firmware-Upgrade zur Verfügung stelle, das das Problem löse oder den bisherigen iPhone-4-Kunden kostenlos den <em><a href="http://store.apple.com/de/product/MC597?mco=MTgxNTg0NTM">iPhone Bumper</a></em>, einen Schutzring aus Gummi und Kunststoff, der ebenfalls die Metallteile des Gehäuses elektrisch isoliert, kostenlos überlasse. Und bis dahin müsse man eben wohl oder übel mit dem Problem leben, aber es könne doch nicht sein, dass man auf dieses edle Hightech-Gerät einfach einen Streifen Tesa (Tixo, für meine österreichischen Leser) draufklebe.</p>
<p>Diese Barriere im Kopf, sich mit einfachsten Mitteln zunächst einmal selbst zu helfen, hat mich schon seit jeher verblüfft. Es ist ja nicht so, dass die betroffenen iPhone-Besitzer die Zusammenhänge nicht verstehen würden, aber die Hersteller haben es offenbar inzwischen geschafft, die Kunden soweit vom Produkt zu entfremden, dass er die kreative Selbsthilfe gar nicht erst mehr in Erwägung zieht. Denn dafür gibts ja die Hotline und den Service, und man kann doch nicht einfach …</p>
<p>Wer dieses Phänomen der Selbsthilfeblockade meines Wissens erstmals beschrieben hat, war wieder einmal <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_M._Pirsig">Robert M. Pirsig</a>. In seinem 1974 erschienenen Buch <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Zen_and_the_Art_of_Motorcycle_Maintenance:_An_Inquiry_into_Values">Zen and the Art of Motorcycle Maintainance</a> (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zen_und_die_Kunst_ein_Motorrad_zu_warten">Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten</a>) schildert er einen ganz ähnlichen Fall. Sein Freund John hat nämlich ein Problem mit seinem nagelneuen BMW-Motorrad:</p>
<blockquote><p>His handlebars had started slipping. Not badly, he said, just a little when you shoved hard on them. I warned him not to use his adjustable wrench on the tightening nuts. It was likely to damage the chrome and start small rust spots. He agreed to use my metric sockets and box-ends.</p>
<p>When he brought his motorcycle over I got my wrenches out but then noticed that no amount of tightening would stop the slippage, because the ends of the collars were pinched shut.</p>
<p>»You&#8217;re going to have to shim those out,« I said.</p>
<p>»What&#8217;s shim?«</p>
<p>»It&#8217;s a thin, flat strip of metal. You just slip it around the handlebar under the collar there and it will open up the collar to where you can tighten it again. You use shims like that to make adjustments in all kinds of machines.«</p>
<p>»Oh,« he said. He was getting interested. »Good. Where do you buy them?«</p>
<p>»I&#8217;ve got some right here,« I said gleefully, holding up a can of beer in my hand.</p>
<p>He didn&#8217;t understand for a moment. Then he said, »What, the can?«</p>
<p>»Sure,« I said, »best shim stock in the world.«</p>
<p>I thought this was pretty clever myself. Save him a trip to God knows where to get shim stock. Save him time. Save him money.</p>
<p>But to my surprise he didn&#8217;t see the cleverness of this at all. In fact he got noticeably haughty about the whole thing. Pretty soon he was dodging and filling with all kinds of excuses and, before I realized what his real attitude was, we had decided not to fix the handlebars after all.</p>
<p>As far as I know those handlebars are still loose. And I believe now that he was actually offended at the time. I had had the nerve to propose repair of his new eighteen-hundred dollar BMW, the pride of a half-century of German mechanical finesse, with a piece of old beer can!</p>
<p>Ach, du Lieber!</p></blockquote>
<p>Vor 36 Jahren schien eine solche Einstellung noch wundersam, heute wird sie offenbar von einer Mehrheit vertreten. Die Menschen, die sich für die Technik, die sie täglich umgibt, interessieren und die sich selbst helfen wollen, sind offenbar in die Minderzahl geraten. Schade, eigentlich!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maennig.de/2010/06/zen-iphone/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zehn Regeln für gutes Design</title>
		<link>http://maennig.de/2010/06/gutes-design/</link>
		<comments>http://maennig.de/2010/06/gutes-design/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 20:10:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Arne Männig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maennig.de/?p=954</guid>
		<description><![CDATA[Der gelernte Tischler, Architekt und Innenarchitekt Dieter Rams war über lange Jahre eine herausragende Figur des deutschen Designs. Auf Bauhauswurzeln und der Ulmer Hochschule für Gestaltung nahe, bestimmte Rams die Gestaltung und damit den Markterfolg der Produkte der Marke Braun und lehrte seit 1991 Industriedesign an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. Daneben gestaltete er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der gelernte Tischler, Architekt und Innenarchitekt Dieter Rams war über lange Jahre eine herausragende Figur des deutschen Designs. Auf Bauhauswurzeln und der Ulmer Hochschule für Gestaltung nahe, bestimmte Rams die Gestaltung und damit den Markterfolg der Produkte der Marke Braun und lehrte seit 1991 Industriedesign an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. Daneben gestaltete er erfolgreich Möbel wie das <a href="http://www.sdr-plus.com/regalsystem_606.0.html">Regalsystem 606</a>, das in den 60er Jahren in keinem Ingenieurs- und Intellektuellenhaushalt fehlen durfte. Im Rahmen seiner Lehre und Arbeit formulierte Dieter Rams um 1980 <a href="http://www.vitsoe.com/en/gb/about/dieterrams/gooddesign">Zehn Regeln für gutes Design</a>. Auf ihn und seine Regeln berufen sich bis heute zahlreiche Gestalter, und in der Form und Funktion der Produkte international erfolgreicher Unternehmen wie Sony oder Apple spiegeln sich diese Prinzipien deutlich wieder.<span id="more-954"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-956" title="braun" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/braun.jpg" alt="Dieter Rams für Braun" width="630" height="131" /></p>
<p>Aber nicht nur das Unternehmen Braun, für das er lange wirkte, auch viele seiner Bewunderer und Schüler haben sich mittlerweile bedauerlicherweise von der Klarheit und Deutlichkeit, die die Ramsschen Produkte auszeichnet, fortentwickelt. Grund dafür ist, so steht zu vermuten, dass Produkte und Dienstleistungen, die ein Unternehmer anbietet, heute immer seltener im Zentrum der Geschäftstätigkeit stehen. In dieses Zentrum ist mittlerweile die Mehrung des Unternehmenswerts, des <em>Corporate</em> oder <em>Shareholder Value</em> gerückt, und die eigentlichen Leistungen eines Unternehmens stellen oft einen eher ungeliebten Nebenkriegsschauplatz dar. Daher stehen nicht mehr ästhetische Werte im Mittelpunkt, sondern die vermuteten Wünsche der Zielgruppe.</p>
<p>»Im heutigen globalen Wettbewerb ist das Marketing verantwortlich für den return on investment.«, erklärte Rams <a href="http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc~E5885CFED35374CE7ACB1BA228760D1BD~ATpl~Ecommon~Scontent.html">in einem Interview</a>. »Die sichern sich dann lieber ab, wollen unbedingt herausfinden, was die Leute wollen. Dem Volk aufs Maul zu schauen heißt aber, es kommt am Ende nicht das Beste heraus.« Besonders deutlich werde dies im Automobildesign: »Wenn ich die meisten Autos sehe, sehe ich in erster Linie den optischen Verschleiß.« Es ist also an der Zeit, Rams&#8217; <em>Zehn Regeln für gutes Design</em> den aktuellen Trends im Automobilbau gegenüber zu stellen.</p>
<h2>Gutes Design ist innovativ</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-959" title="fiat_500" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/fiat_500.jpg" alt="Fiat 500" width="630" height="130" /></p>
<p>Fehlen tragfähige Inhalte – ob neue, funktionale, materialgerechte Ideen oder die konsequente Fortsetzung des Bewährten – dann besinnt man sich eben auf das, was die Menschen kennen und was sich in ihrer Erinnerung über viele Jahre verklärt und idealisiert hat. Der Fiat 500, gebaut von 1957 bis 1975, war stets ein Auto der kleinen Leute, niemals ein Traumwagen. Auf der Suche nach neuen Märkten hat der Hersteller 2007 wieder einen neuen Wagen unter dem Namen <em>Cinquecento</em> aufgelegt. Das Fahrzeug ist jetzt deutlich länger, breiter und höher und doppelt so schwer wie sein Vorbild, gehorcht aber dennoch derselben Formensprache wie das ein halbes Jahrhundert zuvor entwickelte Modell. Heraus kommt ein plumpes Etwas, das mit scheinbar prototypischen Insignien der späten 50er wie cremefarbenen Kunststoffteilen und einem weinroten PVC-Verdeck aufgehübscht wird. Hier zeigt sich das modische Retrostyling moderner Personenwagen in seiner ganzen Grausamkeit: Anachronistische Fassadenmalerei, quasi die zum Auto gewordene Landhausmode.</p>
<h2>Gutes Design macht ein Produkt brauchbar</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-960" title="volvo_c30" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/volvo_c30.jpg" alt="Volvo C30" width="630" height="130" /></p>
<p>Ein Trend im Automobildesign, der mit pragmatischen Mitteln nicht greifbar zu sein scheint, ist die Tatsache, dass die Fenster moderner Personenwagen in den letzten Jahren immer kleiner geworden sind. Wo sich der aufrecht sitzende Fahrer in den 70ern, 80ern und bis in die 90er Jahre an großen Fensterflächen erfreute, liegt heute der Pilot tief unter der Fensterkante und erfährt eine Sicht auf die wulstigen Plastikflächen der Dachsäulen statt auf das, was rund ums Fahrzeug vor sich geht. Eine Ausnahme bildet da die großflächige Heckscheibe des Volvo C30, aber die dient ja auch gleichzeitig als einziger Kofferaumzugang des Fahrzeugs, wenn der Fahrer sein spärliches Gepäck über die hohe Ladekante ins spärliche Gepäckabteil wuchten muss. Und durchsichtig ist diese Heckscheibe sowieso nur zu einem geringen Teil.</p>
<h2>Gutes Design ist ästhetisches Design</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-961" title="HUMMER HX Concept" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/hummer.jpg" alt="Hummer Studie" width="630" height="130" /></p>
<p>Ästhetik, die Lehre von Schönheit und Harmonie, scheint aus dem Gesichtskreis der Gestalter von Kraftfahrzeugen schon vor einiger Zeit verschwunden zu sein. Statt dessen sind Erwägungen der Markenpflege, diese gern auch kurzfristig wechselnd, wenn der <em>Corporate Value</em> nicht den Vorgaben der <em>Shareholder</em> entspricht, und ebenso die Orientierung an den vermuteten Selbstdarstellungswünschen von Nischenzielgruppen in den Fokus gerückt. Wie allerdings die Zielgruppe aussehen soll, die sich ein zum Coupé umgebasteltes Militärfahrzeug im Panzerlook wünscht, wird wohl niemals in Erfahrung zu bringen sein. Das Projekt wurde nämlich inzwischen eingestampft, die Marke Hummer befindet sich derzeit in Abwicklung.</p>
<h2>Gutes Design macht ein Produkt verständlich</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-962" title="mini_armaturen" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/mini_armaturen.jpg" alt="Mini Armaturentafel" width="629" height="130" /></p>
<p>»Die Technologie ist da. Viele Geräte könnten sich über ihr Display erklären. Aber sie tun es nicht.«, sagte Dieter Rams 2007 in einem <a href="http://www.manager-magazin.de/lifestyle/technik/0,2828,511925,00.html">Interview mit dem Manager Magazin</a>. Da sich aber auch die Bedienelemente des Pkw den Showeffekten unterwerfen müssen, machen selbst alltägliche Aufgaben des Fahrers heute oft zunächst einen Blick ins umfangreiche Handbuch erforderlich. Um im Zeitalter der Zusatzausstattungen die Zahl der Schalter und Knöpfe am Armaturenbrett wieder zu verringern, setzen die Hersteller inzwischen oft auf interaktive Infotainmentsysteme, die nicht ständig benötigte Funktionen des Kraftfahrzeugs in den Tiefen ihrer Menüstruktur verbergen. Damit ist eine weitere Entkoppelung der Bedienung erfolgt. Genügte früher ein Blick auf die Schalterstellung oder die Kontrollleuchte am Schalter, befinden sich die Kontrolldisplays heute an ganz anderer Stelle als Knöpfe und Drehwähler. Der Blick des Fahrers wandert somit zwischen diesen, und das bedenklicherweise nicht nur, wenn das Fahrzeug steht.</p>
<h2>Gutes Design ist ehrlich</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-963" title="leuchte" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/leuchte.jpg" alt="Tagfahrleuchte" width="630" height="130" /></p>
<p>Groß war die Freude der Autohersteller, als 1991 Gasentladungslampen mit Projektionssystemen für die Frontscheinwerfer von Automobilen unter dem Schlagwort <em>Xenon</em> auf dem Markt auftauchten. Nun könne man dank der kleineren Lichtaustrittsflächen die Fronten von Personenwagen viel freier und vor allem aerodynamischer gestalten, so begeisterte sich die Fachpresse. Geschehen ist allerdings in den vergangenen 20 Jahren genau das Gegenteil: Die Größe der Glasflächen der Scheinwerfer ist bei vielen Fahrzeugen schier ins Unermessliche gewachsen. Die verschiedenen lichttechnischen Einrichtungen verbergen sich unter diesen Abdeckungen. Und damit sie nicht so klein und unauffällig wirken, verziert man sie mit allerhand Chrom und anderen sinnfreien Gestaltungselementen. Und das eigentlich recht vernünftig scheinende Tagfahrlicht, das in Deutschland jahrelang ein Schattendasein führte, wird von den <em>Car Stylisten</em> mittlerweile als ganzjährige Weihnachtsillumination zelebriert.</p>
<h2>Gutes Design ist unaufdringlich.</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-964" title="felge" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/felge.jpg" alt="Felge" width="630" height="130" /></p>
<p>Bereits seit einigen Jahren sind Stahlfelgen – so eine Studie des Herstellers Ford – leichter und stabiler als gleichwertige Leichtmetallfelgen. Aber wo stellt sich die Individualität eines Autoliebhabers schon so unübertrefflich dar, wie bei den Rädern seines Vehikels? Nicht nur die Zubehörwirtschaft hat sich mit allerhand Geschmacklosigkeiten bis hin zur <a href="http://www.mega-wheels.de/Mega-Wheels/images/ronal_barchenfelge.jpg">Bärchenfelge</a> darauf eingestellt, sondern seit einigen Jahren auch die Autohersteller selbst, die zahlreiche Modelle nur noch mit Aluminiumrädern ausliefern. Einen Audi A6 beispielsweise kann man schon seit über 10 Jahren nur dann mit unaufdringlichen Stahlrädern kaufen, wenn man ihn in der Taxiausstattung ordert. Denn Taxiunternehmer, so weiß selbst Audi, legen nun mal Wert auf Zweckmäßigkeit, niedrige Betriebskosten und meist auch auf ein dezentes Äußeres ihrer Wagenflotte.</p>
<h2>Gutes Design ist langlebig</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-965" title="presswuerfel" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/presswuerfel.jpg" alt="Pressquader" width="628" height="129" /></p>
<p>Die Automobilindustrie lebt von Umsätzen. Und Umsätze gibt es nur dann, wenn etwas verkauft wird. Das können zwar auch Zubehör- und Ersatzteile sein, aber diese deuten dann doch stets darauf hin, dass das Fahrzeug den Vorstellungen und Ansprüchen seines Eigentümers nicht oder nicht mehr entspricht. Also verkaufen die Hersteller lieber ganze Fahrzeuge, bei denen obendrein die Gewinnspannen weit flexibler disponierbar sind. Und möchte der Kunde eigentlich gar kein neues Auto haben, dann werden die bewährten Lobbyismusmühlen der Autowirtschaft angeworfen und die Politik lobt kurzerhand eine Abwrackprämie aus. Durchaus alltagstaugliche und sichere Kraftfahrzeuge werden so in die Schrottpresse subventioniert, denn wer sollte denn an Langlebigkeit schon ein Interesse haben?</p>
<h2>Gutes Design ist konsequent bis ins letzte Detail</h2>
<h2><img class="alignnone size-full wp-image-966" title="mercedes_sla" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/mercedes_sla.jpg" alt="Koffer Mercedes SLA" width="630" height="130" /></h2>
<p><em>Folgerichtig</em> bedeutet das aus dem Lateinischen stammende Wort <em>konsequent</em>, kann aber auch <em>unbeirrbar</em> bedeuten. Für die Gestalter des schwäbischen Autobauers Daimler scheint eher letzteres im Zentrum ihrer Bemühungen zu stehen. Die Roadsterstudie <em>SLA</em> wurde kurzerhand mit einem aufschnallbaren Köfferchen mit vernachlässigbarem Fassungsvermögen ausgerüstet. Retroelemente sind ja gerade bei der Zielgruppe so gefragt und für einen Hingucker auf der nächsten Messe immer gut. Folgerichtig fortgesetzt wird dieser unbeirrbare Unsinn dadurch, dass die Tragstäbe des Kofferträgers an den Rücklichtern befestigt werden müssen. Wo denn auch sonst? All das ist nicht zweckmäßig und auch nicht schön, aber wäre es nicht wirklich all zu banal, das Fahrzeug einfach mit einem etwas größeren Kofferraum zu versehen?</p>
<h2>Gutes Design ist umweltfreundlich</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-968" title="cayenne" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/cayenne.jpg" alt="Cayenne Auspuff" width="629" height="130" /></p>
<p>Bereits in der ersten Hälfte der 80er Jahre kamen die ersten Vans oder Minivans auf den europäischen Markt. Ein interessantes Fahrzeugkonzept: Bei gleicher Motorisierung und auf einer ähnlichen Plattform wie vergleichbare Kombilimousinen konnten sie mit schlechteren Fahrleistung und vor allem deutlich höherem Verbrauch aufwarten. Auf der anderen Seite boten sie den Passagieren eine höhere Sitzposition, jedoch nur selten mehr Zuladung als die klassischen Kombis. Kaum eine junge Familie kann es sich seither aus Statusgründen erlauben, nicht spätestens direkt nach dem Zeugungsakt für das erste Kind einen dieser ach so familienfreundlichen – so jubeln zumindest die Marketingabteilungen der Anbieter und die ihnen nahe stehende Fachpresse – Fahrzeuge anzuschaffen. Und für diejenigen, die gern <em>noch</em> etwas mehr Kraftstoff durch den Auspuff heizen wollen, haben ja die Autohersteller mittlerweile das Segment der SUVs geschaffen. Die machen es endlich möglich, für die Beförderung einer einzigen Person 2,3 Tonnen bewegen zu müssen und im Schnitt knapp 400 Gramm CO<sub>2</sub> zu erzeugen.</p>
<h2>Gutes Design ist sowenig Design wie möglich</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-967" title="mercedes_slr_moss" src="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/mercedes_slr_moss.jpg" alt="Mercedes SLR Moss" width="630" height="130" /></p>
<p>Betrachtet man die Neu- und Weiterentwicklungen der letzten Jahre im Personenwagenbereich, so liegt der Gedanke nahe, dass sich die Autodesigner in einem ständigen Kampf befinden, in dem sie stets ihre Existenzberechtigung nachweisen müssen. Da verunstalten Luftlöcher und Hutzen, Chrombügel und Blechwülste die Fahrzeuge, nicht, weil sie vonnöten wären, sondern getrieben vom verkrampften Zwang, sein Produkt von dem des Mitbewerbers zu unterscheiden. Was bleibt, ist ein unwohles Gefühl, das im potentiellen Kunden ob dieses in Blech und Kunststoff erstarrten Gelsenkirchener Barocks aufsteigt. Als Prestigeobjekt für Besserverdienende, die man früher schlicht als neureich bezeichnete, mag ein Fahrzeug wie der Mercedes SLR Stirling Moss dienlich sein, als zweckmäßiges Transportmittel sicher nicht.<br />
&nbsp;</p>
<p>»Ich mochte sehr gerne den Citroën 2CV, die Ente.«, erklärte Dieter Rams vor wenigen Tagen <a href="http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc~E5885CFED35374CE7ACB1BA228760D1BD~ATpl~Ecommon~Scontent.html">im Gespräch mit der FAZ</a>. »Sie war sehr geländegängig, die Federung war gut, das ganze Fahrgestell-Design hervorragend. Dass das Auto geklappert hat, gehörte halt dazu. Bei der Technik musste man ein paar Abstriche machen. Aber das Auto hatte auch nicht den Anspruch, schnell unterwegs zu sein. Das kann man heute sowieso nicht mehr. Insofern war es seiner Zeit voraus. Ich weiß gar nicht, warum man das aufgegeben hat. Ich fand die Konzeption recht beachtlich, schon für die damalige Zeit.«</p>
<p>Die Forderungen des damaligen Citroën-Direktors an seinen Chefkonstrukteur waren klar, aber auch anspruchsvoll: »Entwerfen Sie ein Auto, das Platz für zwei Bauern in Stiefeln und einen Zentner Kartoffeln oder ein Fässchen Wein bietet, mindestens 60 km/h schnell ist und dabei nur drei Liter Benzin auf 100 km verbraucht. Außerdem soll es selbst schlechteste Wegstrecken bewältigen können und so einfach zu bedienen sein, dass selbst eine ungeübte Fahrerin problemlos mit ihm zurechtkommt. Es muss ausgesprochen gut gefedert sein, sodass ein Korb voll mit Eiern eine Fahrt über holprige Feldwege unbeschadet übersteht.« Das auf dieser Grundlage entwickelte Fahrzeug war einfach und pragmatisch, und es konnte sich immerhin über 40 Jahre ohne größere konstruktive Veränderungen auf dem Markt halten.</p>
<p>Spätestens im Jahr 2003, mit dem Baustopp des Fiat Panda der ersten Serie, ist der Typus des kompakten wie einfachen, preiswerten wie vielseitigen Personenkraftwagens zumindest in Europa zu Ende gegangen. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass sich früher oder später wieder ein Hersteller entschließt, vor dem Hintergrund wirtschaftlich schwierigerer Zeiten ein robustes und alltagstaugliches Fahrzeug dieser Tradition anzubieten. Der Erfolg des tendenziell in diese Nische zielenden Dacia Logan lässt zumindest hoffen, wenn es auch kaum vorstellbar ist, dass eine der heute großen Automobilmarken diese Kehrtwende vollzieht.<br />
&nbsp;</p>
<p><em>Tipps zum Weiterlesen:</em></p>
<p><em>Vester, Frederic: Ausfahrt Zukunft. Strategien für den Verkehr von morgen. Eine Systemuntersuchung; München 1990 (Heyne Verlag)</em></p>
<p><em>Erlhoff, Michael für den Rat für Formgebung: Deutsches Design 1950 – 1990; München 1990 (Prestel Verlag)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maennig.de/2010/06/gutes-design/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Erzwungener Lokalpatriotismus</title>
		<link>http://maennig.de/2010/06/erzwungener-lokalpatriotismus/</link>
		<comments>http://maennig.de/2010/06/erzwungener-lokalpatriotismus/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 14:52:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Arne Männig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maennig.de/?p=904</guid>
		<description><![CDATA[Da hatte ich ja nun beschlossen, auf Facebook nicht Fan von irgendjemandem oder irgendwas werden zu wollen. Und als die Verbindung von Personen und Unternehmen vor einigen Wochen nicht mehr voraussetzte, Fan zu sein, sondern sich mit dem reinen Gefallen begnügte, bin ich schlicht dabei geblieben: Ich möchte nicht meine pauschale, undifferenzierte Zustimmung zu Unternehmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da hatte ich ja nun beschlossen, auf Facebook nicht <em>Fan</em> von irgendjemandem oder irgendwas werden zu wollen. Und als die Verbindung von Personen und Unternehmen vor einigen Wochen nicht mehr voraussetzte, Fan zu sein, sondern sich mit dem reinen <em>Gefallen</em> begnügte, bin ich schlicht dabei geblieben: Ich möchte nicht meine pauschale, undifferenzierte Zustimmung zu Unternehmen oder Institutionen kundtun, sondern unterscheide da gern etwas feiner. Umso erstaunter war ich, beim Durchsehen der <a class="fancybox" href="http://maennig.de/wp-content/uploads/2010/06/fan.jpg">Facebook-iPhone-App</a> festzustellen, dass ich plötzlich doch b<em>egeisterter und engagierter Anhänger</em> (so die Brockhaus-Definition von Fan) bin, nämlich sowohl meines Geburtsorts als auch der bayerischen Landeshauptstadt München. Wie kommts?</p>
<p>Facebook verlinkt seit Kurzem den Inhalt der Felder <em>Derzeitiger Wohnort</em> und <em>Heimatort</em> mit Facebook-<em>Seiten</em>. Und diese Seiten sind nichts anderes als die Institutionen, deren Fan man bis vor kurzem war und die einem jetzt <em>gefallen</em>. Die Facebook-eigene iPhone-Application hat diesen Wandel in der Terminologie allerdings bislang offenbar noch nicht mitgemacht, so dass man dort noch zwangsläufig zum Fan seines Geburts- und Wohnorts gemacht wird. Nun habe ich zwar zu meinem Geburtsort, in dem ich auch über 25 Jahre gelebt habe, sicherlich eine besondere Beziehung, betrachte aber seine Entwicklung in den letzten beiden Jahrzehnten durchaus mit kritischer Distanz. Nein, als Fan meines Heimatstädtchens würde ich mich sicherlich nicht bezeichnen.</p>
<p>Noch interessanterer stellt sich die Sache bei meinem Wohnort dar. <em>Feldkirchen</em> im Landkreis München mag nämlich Facebook als Eintrag gar nicht erst akzeptieren. Zwar ist sogar eine entsprechende Facebook-Seite vorhanden, aber das System stellt die Verknüpfung zu dieser Seite beim Eintragen nicht her, sondern löscht den Begriff <em>Feldkirchen</em> vielmehr in dem Moment, wenn man den Button <em>Änderungen speichern</em> klickt. Aus diesem Grund hatte ich mich notgedrungen mit dem Eintrag des benachbarten, wenn auch nicht ganz korrekten <em>München</em> als Wohnort beholfen. Ein wirklich begeisterter und engagierter Anhänger, vulgo Fan Münchens, wo ich pro Tag im Schnitt ungefähr dreimal von unachtsamen Autofahrern fast überfahren werde, mag ich allerdings auch nicht wirklich sein.</p>
<p>Ich habe mich deshalb entschlossen, die Inhalte der Felder <em>Derzeitiger Wohnort</em> und <em>Heimatort</em> schlicht zu löschen – wie schon so viele Informationen zuvor. Seither schlägt mir Facebook fast nur noch Freunde vor, von denen ich beim besten Willen keine Ahnung habe, wer sie sein könnten. Offenbar als Zeichen dafür, dass ich mit meinen persönlichen Daten gegenüber Facebook inzwischen sparsam genug umgehe.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maennig.de/2010/06/erzwungener-lokalpatriotismus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Blogosphäre goes Swabedoo</title>
		<link>http://maennig.de/2010/05/blogosphare-goes-swabedoo/</link>
		<comments>http://maennig.de/2010/05/blogosphare-goes-swabedoo/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 May 2010 11:41:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Arne Männig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://maennig.de/?p=896</guid>
		<description><![CDATA[Seit Jahren hoffen sie jetzt auf eine wie auch immer geartete Möglichkeit, ihre geistigen Leistungen zu monetarisieren, die deutschen Großblogger. Aber der Werbemarkt ist nun mal nicht nur im Internet zusammengebrochen, und Aktivitäten wie Gründung eigener Vermarktungsagenturen waren auch nicht gerade von überragendem Erfolg gekrönt. In einer solchen Situation klammert man sich ja gern an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Jahren hoffen sie jetzt auf eine wie auch immer geartete Möglichkeit, ihre geistigen Leistungen zu monetarisieren, die deutschen Großblogger. Aber der Werbemarkt ist nun mal nicht nur im Internet zusammengebrochen, und Aktivitäten wie Gründung eigener Vermarktungsagenturen waren auch nicht gerade von überragendem Erfolg gekrönt. In einer solchen Situation klammert man sich ja gern an jeden Strohhalm. Und so verwundert es nur wenig, dass im Rahmen des aktuellen Hypes der deutschen Blogosphäre das schwedische Startup <a href="http://flattr.com/">Flattr</a> als neuer Heilsbringer gesehen wird.</p>
<p>Ist ein entsprechender Button erstmal ins eigene Blog eingebaut und ein Grundbetrag über die eBay-Tochter PayPal an Flattr eingezahlt, dann werden, so hoffen die Protagonisten der Bloggerszene, die verdienten Einnahmen schon endlich sprudeln – oder zumindest tröpfeln. Und um die Sache auch noch auf ein philosophisches Fundament zustellen, liefert Michael Seemann heute in seinem FAZ-Blog einen Beitrag, in dem er eine neue Ökonomie des Schenkens beschwört. Diese soll auf den Theorien des französischen Soziologen Marcel Mauss wurzeln und findet mit Pirate-Bay- und Flattr-Gründer Peter Sunde offenbar endlich ihren Messias. (<em>Anmerkung: Das Blog von Michael Seemann bei der FAZ wurde mittlerweile nach einer Auseinandersetzung zwischen Autor und Verlag vom Netz genommen. Dieser Artikel steht deshalb leider nicht mehr zur Verfügung.</em>)</p>
<p>Letztlich weckt aber der Blogartikel eher Erinnerungen an das unsägliche Märchen <a href="http://www.google.de/search?q=kleinen+leute+von+swabedoo">Die kleinen Leuten von Swabedoo</a>, das in den späten 70er Jahren des letzten Jahrhunderts in der alternativen Szene kursierte. Jeder in der großen Bloggerfamilie hat sich lieb und macht sich kleine Geschenke, genau wie die Swabedoodahs am Beginn und am Ende der Geschichte. Was aber Seemann offensichtlich vergisst: Ein Geschenk, um das vorher gebettelt wurde – mit <em>Klick mich!</em> schreienden Buttons beispielsweise – ist kein Geschenk, sondern bestenfalls eine milde Gabe.</p>
<p>Für Geschenke braucht man auch keinen Apparat aus diversen Unternehmen (hier: Flattr und PayPal nebst Mutter eBay), die an allererster Stelle mitverdienen. Ein Geschenk findet zwischen zwei Menschen statt. Natürlich kann das auch zwischen einem Blogleser und einem Blogautor sein. Die Anschrift steht im Impressum, und eine Banknote ist schnell in einen Briefumschlag gesteckt. Ab einer Zuwendung von 5,50 Euro sind die Portokosten sogar günstiger als die Transferkosten, die Flattr einbehält.</p>
<p>Und überdies überlässt man es so dem Empfänger, ob er das Geschenk als solches betrachten mag. Ein »Geschenk« via Flattr sieht nämlich zumindest das Finanzamt nicht als solches, sondern als ganz gewöhnliches, zu versteuerndes Einkommen. Ob die eigenen Zahlungen an Flattr von der Behörde genauso freudig als Betriebsausgabe oder Werbungskosten anerkannt werden, bleibt abzuwarten.</p>
<p>Neben dem finanziellen Aspekt stellt sich hier auch, wie so oft, die Frage nach der <a href="http://bundesrecht.juris.de/bdsg_1990/__3a.html">Datensparsamkeit</a>. Neben der Tatsache, dass die privacy policy einige nicht wirklich glückliche Passagen enthält, landen umfangreiche Daten natürlich auch beim Zahlungspartner PayPal. Das alles für ein Geschenk? Sollte es nicht auch möglich sein, ein Geschenk einfach anonym zu machen, ohne dessen Publizierung an alle anderen Flattr-Kunden, wie dies die Datenpolicy des Unternehmens vorsieht?</p>
<p>Nein, man kann beruhigt sein: Flattr wird sicherlich nicht der neue Sozialdienst des Internets. Sicherlich kann aber das System bei einigen Menschen eine Lücke füllen, die Caritas und Innere Mission beim Kirchenaustritt hinterlassen haben. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, wenn sich der Hype gelegt haben und Flattr, wie einige Unternehmen zuvor, vielleicht sogar in der öffentlichen Meinung vom <em>good guy</em> zum <em>bad guy</em> des Web 2.0 mutiert sein wird.</p>
<p>Allen anderen, die es gern persönlich <em>und</em> effizient haben, sei empfohlen: Steckt doch mal einfach einen Zehner oder Zwanziger in einen Briefumschlag und schickt ihn an euren Lieblingsblogbetreiber. Anonym oder mit Absender, ganz wie ihr mögt. So einfach ist das. Allerdings bitte nicht an mich, mir wäre das peinlich. Aber ich bin ja auch kein Blogger.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://maennig.de/2010/05/blogosphare-goes-swabedoo/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
